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Würdigung der Jury

Projekt: Für die Zukunft gerüstet
Prof. Dr. Axel Böttcher, Prof. Dr. Veronika Thurner, Dr. Kathrin Schlierkamp, M. Sc. Daniela Zehetmeier
Hochschule München

Dieses Projekt ist Teilmaßnahme 1d im Rahmen des ZUG-Projektes der Hochschule München. Das hier beschriebene Konzept ist in der Reihe der Lehrpreise insofern außergewöhnlich, weil es nicht nur die Lehre selbst in den Fokus nimmt, sondern spezifisch den Lernbedarf von Studierenden in informatiknahen Studiengängen bezüglich fachlicher wie überfachlicher Kompetenzen untersucht. Mit gezielten Maßnahmen werden dann die relevanten Selbst-, Methoden- und Sozialkompetenzen frühzeitig in den Studierenden entwickelt und damit überhaupt erst die Voraussetzungen für effektives Lernen der fachlichen Inhalte geschaffen. Da die Studierenden sich stark unterscheiden, liegt ein großes Augenmerk auf bedarfsgerechter individueller Förderung auch in großen Gruppen.

Zu diesem Zweck werden in einer ersten Intervention zunächst fachliche und überfachliche Kompetenzen diagnostiziert und die überfachlichen Kompetenzen geschult. Zwei weitere Interventionen haben den Charakter eines fachlichen Projektes, sie fördern gezielt sowohl fachliche wie überfachliche Kompetenzen. Die vierte Intervention ist stark reflexionsorientiert, sie unterstützt die Studierenden bei Analyse und Verbesserung ihres eigenen Lern- und Arbeitsverhaltens.

Alle Maßnahmen werden evaluiert und auf ihre Wirksamkeit untersucht. Als „harte“ Kennzahlen werden auch Klausurnoten und Abbrecherquoten erfasst. Ganz gezielt ist die genannte Arbeitsweise mit den Fächern Softwareentwicklung 1 und 2 gekoppelt, die früher als „Killerfach“ galten. Die Veranstaltungen erfassen je zwischen 100 und 140 Studierenden, daneben findet ein Erstsemestertag mit etwa 300 Studierenden statt.

Durch das Projekt haben sich die Prüfungsleistungen im Fach Softwareentwicklung wesentlich verbessert: Im Vergleich zur Ausgangssituation vor der Einführung hat sich die aktuelle Anzahl der Studierenden mit solider (Note 3.0 oder besser) bis sehr guter Leistung in der Prüfung am Ende des ersten Semesters in etwa verdoppelt, insgesamt haben deutlich mehr Studierende insgesamt bestanden. Gleichzeitig ging die Zahl der Aussteiger (die in der Mitte des ersten Semsters die Veranstaltung verlassen, um sie im Folgesemester zu wiederholen) um mehr als die Hälfte zurück.

Fazit: Es handelt dabei insgesamt um ein unter allen bisherigen Einreichungen zum Lehrpreis des Staatsministers ganz herausragendes, vielschichtiges Konzept mit akribischer wissenschaftlicher Fundierung.