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Würdigung der Jury

Projekt Fritz-Felsenstein-Haus:
Prof. Dr.-Ing. Franz Raps, Prof. Dr.-Ing Martin Bayer, Prof. Dr. Wolfgang Klüver, Prof. Dr. Alexander von Bodisco
Hochschule Augsburg

Prof. Dr. Franz Raps und Prof. Dr. Martin Bayer lehren an der Hochschule Augsburg in der Fakultät Elektrotechnik, Prof. Dr. Wolfgang Klüver und Prof. Dr. Alexander von Bodisco an der Fakultät Informatik. Auf Initiative von Prof. Dr. Raps ist im Lauf der Zeit unter Beteiligung der drei anderen Kollegen ein inzwischen 14 Jahre währendes Projekt des „Service-Learning“ zur Unterstützung von Menschen mit schwerer Körperbehinderung entstanden (der englische Begriff Service-Learning bezeichnet eine Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement von Studierenden mit fachlichem Lernen verbindet).

Studierende lernen in dieser Veranstaltung neben der fachlichen Kompetenz auch, gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Lernziel der Veranstaltung ist, dass die Studierenden in Kleingruppen mechatronische Alltagshilfsgeräte für Menschen mit Behinderung umsetzen. Dazu ist es notwendig, die Anforderungen der behinderten Menschen zu eruieren, in eine konstruktive Lösung zu übersetzen und technisch zu realisieren.

De facto stellt der unmittelbare Kontakt mit Behinderten allein schon eine kommunikative Herausforderung dar. Die Überwindung dieser Barriere wird von den Studierenden explizit als Mehrwert der Lehrveranstaltung bezeichnet.

Die gesamte Arbeitsweise im Projekt schult sowohl die Fähigkeit der Ingenieure, Kundenwünsche zu eruieren als auch deren kreative Umsetzung – und das bei einer speziellen Zielgruppe mit besonderen Herausforderungen. Entsprechend war es Aufgabe der Studierendengruppen, sich entsprechend intern zu organisieren und Zuständigkeiten wie in einer kleinen Firma zu verteilen und wahrzunehmen. Zur Aufgabe gehört auch das Einwerben von Sponsoren für Sach- und Geldspenden. Die Professoren üben insgesamt eine Coaching-Funktion aus, in regelmäßigen Meetings ähnlich der Arbeitsweise in Firmen werden die Projektstände besprochen.

Fazit: Nach Ansicht der Jury ist es den vier Professoren mit diesem Projekt in vorbildlicher Weise gelungen, gesellschaftliches Engagement von Studierenden zu fördern, und in eine Einheit mit dem Erwerb wesentlicher Ingenieurkompetenzen zu bringen.